Grünungung
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Grundprinzipien und Leguminosen
Die Grünungung ist eine klassische und in der Biodynamik besonders geschätzte Methode zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Unterbrechung von Krankheits- und Schädlingszyklen. Dabei werden Leguminosen oder andere schnellwachsende Pflanzen angebaut, die Biomasse aufbauen, und diese wird dann in den Boden eingearbeitet, um Humus und Stickstoff zu liefern.
Die wichtigsten Grünungungspflanzen sind Leguminosen – also Pflanzen, die durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff fixieren. Die häufigsten sind Klee (Rot-, Weiß-, Luzerne), die reich an Stickstoff sind und schnell wieder auswachsen. Luzerne (Alfalfa) ist besonders wertvoll, da sie tiefe Wurzeln ausbildet und Jahre lang genutzt werden kann. Auch Klee-Gras-Gemische sind weit verbreitet, da sie eine ausgewogene Mischung zwischen Stickstoffbindung und Biomasse bieten.
Weitere Grünungungspflanzen sind Senf und Phacelia – schnellwachsende Brassicaceen bzw. Hydrophyllaceen, die vor allem zwischen anderen Kulturen angebaut werden. Sie bauen schnell Biomasse auf, haben aber keine Stickstoffbindung. Senf hat zusätzlich eine gewisse allelopathische (wachstumshemmende) Wirkung auf Bodenschädlinge und wird oft gezielt nach Kulturen mit hohem Schädlingsdruck angebaut. Phacelia ist beliebt bei Imkern, da sie früh im Jahr blüht und Bienen anzieht.
Grünungung in der biodynamischen Fruchtfolge
In der biodynamischen Fruchtfolge spielen Grünungungen eine zentrale Rolle. Nach einer bodenentziehenden Kultur (wie Getreide oder Gemüse) wird bewusst ein Jahr oder eine Halbjahrsruhe mit Grünungung eingelegt. Diese Pause regeneriert den Boden, erhöht die Bodenmikrobiologie und bricht Krankheitscyclen auf. Ein typischer biodynamischer Drei-Felderwechsel könnte aussehen: Jahr 1 Getreide, Jahr 2 Gemüse/Hackfrüchte, Jahr 3 Grünungung oder Leguminosen-Dauerweide.
Das Zusammenspiel mit Präparaten ist für Biodynamiker zentral. Die Grünungungspflanzen werden selbst mit Präparaten versorgt (besonders Hornkiesel 501 für Qualität und Stabilität), und wenn sie später eingearbeitet werden, kann der entstehende Kompost oder die direkt in den Boden eingepflügte Biomasse bereits diese Präparatwirkungen tragen. Manche Biodynamiker spritzen auch direkt nach dem Einpflügen eines Grünungung Horndünger 500, um die Umwandlung der Biomasse aktiv zu unterstützen.
Präparatierung und Nachhaltigkeit der Grünungung
Der Ertrag der Grünungung ist subtil aber nachhaltig: Der Stickstoff wird nicht schnell verfügbar, sondern über Monate oder Jahre schrittweise freigesetzt. Dies bedeutet, dass die Pflanzen nicht zu schnell wachsen (was Qualitätsverlust bedeutet), sondern in gesundem Rhythmus. Der Humusaufbau ist graduell und dauerhaft – nicht der schnelle Rausch von chemischem Dünger, sondern aufbauend und stabilisierend.

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