Anwendung: Baumpaste nach Maria Thun
- DYYNA
- 5. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Juli
Sinn & Zweck der Baumpaste-Konzentrats à la Maria Thun (Pulverform)
Die Paste legt einen atmenden „Humus-Mantel“ um Stamm & Rinde,
schließt Risse und große Schnittwunden (Ton + organische Enzyme) ,
schützt vor Frost-, Sonnen- und Pilzschäden (Molke-Milchsäure, Schachtelhalm-Silizium) ,
regt Cambium & Mikroben an, damit die Rinde geschmeidig bleibt .
Das neue Pulver macht Lagerung einfach – vor Ort fügst du nur noch Flüssigkeit zu, rührst kurz auf und streichst oder sprühst los.
Schritt-für-Schritt-Anwendung
Schritt | Was ist zu tun? | Tipps & typische Fehler |
1. Zeitpunkt & Vorbereitung | Beste Termine: November nach Laubfall und Februar/März vor Saftdruck – zusätzlich direkt nach starken Rückschnitten . Rinde trocken abbürsten, lockere Borke entfernen. | Auf nasse, gefrorene oder brennend heiße Stämme haftet die Paste schlecht. |
2. Flüssigkeit ansetzen | Basis: 90 % handwarmes Regen-/Brunnenwasser + 10 % frische Molke (Molke ≥ 10 % hemmt Mehltau) . Plus: 1 % Schachtelhalm-Dekokt (508) für Siliziumschutz & 1–2 % Natronwasserglas für Haftung + Pilzbarriere . | Chlorhaltiges Leitungswasser & über 45 °C heißes Wasser killen Mikroben. |
3. Mischungsverhältnis | Zum Streichen (dick): 1 kg Pulver + 0,8 l Flüssigkeit → Konsistenz wie Quark. Zum Spritzen (dünn): 1 kg Pulver + 2–3 l Flüssigkeit → „Pfannkuchenteig“ . | Zu dick → reißt beim Trocknen ; zu dünn → läuft ab. |
4. Rühren & Aktivieren | 5 – 10 min kräftig Wirbel ↔ Gegenwirbel; Pulverkörner vollständig auflösen. | Nicht in Metalleimern rühren – Ionen stören Ferment. |
5. Auftragen | Streichen: Mit Breitpinsel/Handfeger von Wurzelhals bis erste Seitenäste satt deckend. Sprühen: 3–4 bar, Düse Ø 2 mm; 10–15 l Brühe für 100 m² Kronenfläche. | Wundränder extra dick bestreichen, sonst rinnt Feuchte hinein. |
6. Trocknung & Schutz | 4–6 h antrocknen lassen, Regenschutz nötig (Plane o. Vlies). | Bei < -2 °C nicht anwenden – Paste friert auf, blättert ab. |
7. Wiederholungen | • Winterpflege: 2-mal pro Saison. • Frische Wunden / Krebsstellen: alle 6–8 Wochen nachlegen, bis Gewebe geschlossen. | Nur einmaliger Anstrich bei tiefer Rindenschädigung reicht oft nicht. |
8. Reinigung & Reste | Geräte sofort mit heißem Wasser spülen; Restpaste binnen 48 h aufbrauchen . | Eingetrocknete Paste später nicht mehr anlösen – Wirkverlust. |
Zusätzliche Einsatzorte
Einsatz | Dosierung & Vorgehen |
Wurzelbad bei Neupflanzungen | 1 kg Pulver / 10 l Flüssigkeit → Wurzeln eintauchen |
Große Schnittwunden | Paste dick wie Kitt aufspachteln; bei Bedarf Rosmarin-Öl-Tropfen zugeben |
Wein- & Beerenkulturen | Dünn spritzen (7 % Tonanteil) nach dem Schnitt gegen Esca & Rindenbrand |
Praktische Tipps & Tricks
Tonwahl anpassen: Kaolin haftet länger; Bentonite sind billiger, werden aber schneller abgespült .
Molke-Alternative: Bei Molkemangel 1 % Brottrunk oder Milchsäure-Ferment verwenden – wirkt ähnlich .
Schachtelhalm selbst gewinnen: 150 g getrockneten Equisetum in 5 l Wasser / 20 min kochen, 1:10 verdünnen .
Farbcheck: Paste soll erdig-grünlich sein. Grau-schwarz = zu viel Ton; hell-weiß = Ton/Molke-Unterdosierung.
Staubfrei lagern: Pulver trocken, lichtgeschützt, < 20 °C – dann bleibt es 2 Jahre lebendig.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
Pulver direkt auf feuchte Rinde stäuben → keine Haftung, null Effekt.
Nur Wasser als Flüssigkeit → fehlende Molke mindert Mikrobenaktivität & Frostschild.
Über 2 % Wasserglas → Rissbildung; Äste können „abgeschnürt“ wirken.
Zu grobe Düse beim Spritzen → Klumpen verstopfen, Blattspitzen verkleben.
Anstrich bei strömendem Regen – der Schutz wird sofort ausgewaschen.
Mit dieser kompakten Anleitung verwandelst du das Pulver in kürzester Zeit in eine hochwirksame „Rinden-Wellness-Kur“ – für elastische, krankheitsresistente Bäume, die locker durch Frost und Pilzdruck kommen. Viel Erfolg beim Anrühren & Auftragen!

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